Fellowship-Arbeitsraum: KI-Führerschein als Use Case
Abgrenzung: Was gehört wem?
| Operatives Projekt (Mediengruppe Mitteldeutschland) | Fellowship-Arbeitsraum – Fellow |
|---|---|
| Project Charter, Projektleitung, Außenkommunikation | Eigenes Mandat & Forschungsfrage (Fellowship-Charter) |
| Stakeholder-Steuerung | Stakeholder als Analyseobjekt / Evidenzquelle |
| Risk Backlog & Maßnahmensteuerung | Risiken als Hypothesen (Relevanz wird geprüft) |
| Phasenplan, Delivery, Rollout, Durchführung der Schulung | Prototypen & Tests entlang der Hypothesen |
| Entscheidungs-Log (entscheidet) | Impuls- & Empfehlungs-Log (liefert Impulse) |
| Verabschiedung der Richtlinie, Betrieb des KI-Führerscheins | Optionsbewertung & strategische Schritte (berät) |
Die operativen Artefakte (Charter, Stakeholder-Board, Risk Backlog, Phasenplan, Entscheidungs-Log) leben im Projekt-Space der Mediengruppe Mitteldeutschland und werden hier nur als Input verlinkt, nicht gepflegt.
1. Fellowship-Charter
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Rolle | Fellow – unabhängige Außenperspektive, Analyse & Prototyping |
| Aufwand | ≈ 10-15 h/Woche, eigenständig, asynchron |
| Use Case | KI-Führerschein: KI-Kompetenzschulung für die Mediengruppe Mitteldeutschland (MM) |
| Sparring-Partnerin | Anja Guse, Führungskraft der MM mit pädagogischem Hintergrund und weitgehend freier Hand für das Projekt; fester wöchentlicher Check-in |
| Laufzeit | 24.06.2026 – 20.10.2026 (entlang der Projektlaufzeit: M0 26.06. → M4 20.10.2026) |
Strategische Leitfrage Wie kann ein Medienhaus seine Belegschaft zum verantwortungsvollen Einsatz von KI befähigen, ohne journalistische Integrität und Publikumsvertrauen zu gefährden, und welche Form von Kompetenznachweis ist dafür tragfähig und zukunftsfest?
Was die Fellowship liefert
- Hypothesen zur strategischen Frage und deren Prüfung
- Eigenständige Analysen, Forschung, Benchmarks
- Prototypen & Tests (z. B. Schulungsdurchlauf, Befähigungsstufen, Kennzeichnungsschema, Entscheidungsbäume)
- Impulse und Optionsbewertungen als Input für Entscheidungen
- Strukturierte Erkenntnisse, übertragbar über den Einzelfall hinaus
Was die Fellowship ausdrücklich nicht tut
- Keine Projektleitung, keine Stakeholder-Steuerung, keine Außenkommunikation
- Keine Verantwortung für die verabschiedete Fassung der Richtlinie
- Keine Durchführung der Schulung, kein Rollout, keine operativen oder dienstleistenden Aufgaben
Die Fellowship liefert Konzept, Prototypen und Impulse zum KI-Führerschein. Ausgestaltung, Betrieb und Rollout liegen bei der Mediengruppe Mitteldeutschland.
Eigener Erkenntnisgewinn (Kern der Fellowship) → fortlaufend dokumentiert.
Unabhängigkeit & Fortführung Der Arbeitsraum ist so angelegt, dass Forschung, Hypothesen, Prototypen und Erkenntnisse auch ohne aktive Kooperation des Medienhauses fortgeführt werden können; der Use Case wird dann generalisiert/anonymisiert weiterbearbeitet.
2. Strategische Fragestellung & Hypothesen-Backlog
Das Herzstück. Statt Risiken zu managen, werden hier Annahmen getestet. Status:
offen→in Prüfung→gestützt/verworfen/differenziert.
Teilfragen zur Leitfrage
- Welche Form der Befähigung (Pflicht-Kern, Stufenmodell, rollenbezogene Klassen) ist am tragfähigsten?
- Was stärkt bzw. gefährdet Publikumsvertrauen tatsächlich?
- Welche Leitplanken halten dem regulatorischen Wandel stand?
- Wo entscheidet der Mensch, wo darf die Maschine assistieren, und wie wird diese Grenze eingeübt?
- Wie sichern wir Anbieter-Kontinuität & Resilienz gegen Verfügbarkeits-Schocks (Single-Vendor-Risiko)?
- Wie zahlt KI auf die Unternehmensziele und den etablierten Wertekompass ein?
- Welche Regeln braucht der Einsatz von KI-Werkzeugen, die im Namen des Hauses handeln (Lesezugang, Handlungsrechte, Aufsichtsstufe)?
- Woran ist erworbene KI-Kompetenz nachweisbar, und woran bindet das Haus eine Berechtigung?
| ID | Hypothese | Annahme dahinter | Testidee | Status | Evidenz | Abgeleiteter Impuls |
|---|---|---|---|---|---|---|
| H1 | Transparente Kennzeichnung stärkt Vertrauen stärker, als sie es gefährdet | Publikum honoriert Offenheit | Literatur-Review + kleiner Wahrnehmungstest (Prototyp P-03) | differenziert | A-06: 11 von 22 Texten benennen einen Auslöser für die Kennzeichnung, die 5 Regelwerke mit subsumierbarer Regel folgen fünf nicht deckungsgleichen Schwellen-Logiken; A-07: auch hausintern trägt nur die schwellengebundene Form (alle Befragten befürworten den Hinweis bei erheblichem Einfluss, eine deutliche Mehrheit lehnt ihn für interne Hilfsmittel ab; Zahlen intern); die Publikumsdimension bleibt ungetestet (P-01/P-03) | → I-… |
| H2 | „Schatten-KI" ist bereits verbreitet; reine Verbote ohne erlaubte Alternativen scheitern | Nutzung folgt Praktikabilität | Anonyme Ist-Erhebung (A-03) / Benchmark | in Prüfung | A-07: etwa die Hälfte der Toolnennungen liegt jenseits von Copilot, während nur wenige eine Nutzung ohne klare Freigabe angeben; ein erheblicher Teil kennt die Freigaben nicht, eine deutliche Mehrheit fühlt sich nicht ausreichend informiert (Zahlen intern); A-08: bei handelnden Werkzeugen kommt zur Werkzeugfreigabe die Frage nach Lesezugang und Handlungsrechten (Plugins, MCP-Server) | → I-13 |
| H3 | Eine prinzipienbasierte Richtlinie ist robuster als ein Detail-Verbotskatalog | Technik veraltet schneller als Prinzipien | Benchmark + Optionsbewertung (Seite 6) | in Prüfung | A-06: Die Texte in Cluster ② (Prinzip ohne Schwelle) nennen im veröffentlichten Text keinen subsumierbaren Auslöser, und die Texte in Cluster ④ (Praxis- und Produkttext) beschreiben Anwendungsfälle und nennen keinen Kennzeichnungsauslöser; tragfähig ist ein wirkungsbezogener Auslöser plus die Art.-50-Auslöserliste | → I-07 |
| H4 | Die Nachweisbarkeit menschlicher Verifikation ist der wirksamste Einzelhebel gegen Fehlinformation | Der Schaden entsteht bei der nicht belegbaren Prüfung | Fallanalyse publizierter KI-Fehler | in Prüfung | A-06 (I1): 19 von 22 Texten sagen etwas zur Kontrolle, 15 nennen eine prüfende Rolle oder einen Prüfschritt, 1 ein Vier-Augen-Prinzip, keiner trifft eine Aussage zur Dokumentation (gemessen ist der publizierte Text); Tagesspiegel 06/2026 als Fall ungekennzeichneter KI-Beiträge; A-07: nahezu alle geben Prüfung an, kein Interview erwähnt einen Nachweis; A-08: bei handelnden Werkzeugen tritt die Frage nach den ausgeführten Schritten hinzu | → I-09 |
| H5 | Frühe Betriebsrats-Einbindung beschleunigt das Projekt, statt es zu verzögern | Mitbestimmung wirkt als Beschleuniger | Benchmark vergleichbarer Häuser | in Prüfung | A-06: 3 von 15 Regelwerken nennen ein Beteiligungsrecht oder ein Gremium, der FUNKE-Text (gofeminin) beschreibt als einziger ein Verfahren (paritätisches KI-Ethik-Forum); Korrelation bei n=3, der Benchmark kann H5 nicht entscheiden; A-07 ohne Befund | → I-… |
| H6 | Single-Vendor für Frontier-KI ist ein Kontinuitätsrisiko; eine Multi-Modell-/Fallback-Architektur ist robuster | Verfügbarkeit eines Anbieters kann über Nacht entfallen | PESTEL/SWOT (Seite 3a) + Optionsbewertung (Seite 6) + Benchmark | in Prüfung | Fall Fable 5/Mythos 5; A-06: keine der 22 Quellen trifft im veröffentlichten Text eine Aussage zu Anbieter-Kontinuität; A-07: die Freigabe-Ebene ist Single-Vendor, die gelebte Nutzung Multi-Tool | → I-02 |
| H7 | Eine KI-Strategie, die sichtbar auf Unternehmensziele & Wertekompass einzahlt, stärkt langfristig Geschäftsziele & Werte | KI-Governance zahlt auf die Unternehmensziele ein und bleibt Mittel zum Unternehmenszweck | Alignment-Mapping KI-Prinzipien ↔ Wertekompass + Champion-Feedback (Seite 3b) | offen | Coaching 03.07.2026; A-06: drei übertragbare Muster; A-07: Wertekompass und Unternehmensziele kommen in keiner Antwort vor | → I-… |
| H8 | Bei agentischen Werkzeugen entscheidet die Kombination aus Lesezugang und Handlungsrechten über das Risiko; eine Richtlinie, die allein Ergebnisse regelt, deckt diesen Einsatz nicht ab | Der Schaden entsteht an der ausgeführten Handlung, sobald ein System zugleich Inhalte außerhalb des Vertrauensbereichs liest und folgenreiche Aktionen ausführen darf | Retro-Prüfung der Benchmark-Volltexte auf Handlungsrechte + Abgleich der Herstellerdokumentation der freigegebenen Umgebung + Szenarioübung im Workshop 25.08.2026 | offen | A-08: Trennung lesender und handelnder Werkzeuge, Prompt Injection verlangt Lesezugriff und Handlungsbefugnis zugleich, Verantwortung für ausgeführte Handlungen bei der nutzenden Person; das Raster aus A-06 kennt keine Achse für Handlungsrechte | → I-13 |
| H9 | Der KI-Führerschein wird verbindlich, wenn eine Befähigungsklasse an eine Berechtigung gebunden ist; eine Schulung ohne diese Bindung bleibt Kenntnisnahme | Die Berechtigung setzt den Anlass, eine Klasse abzuschließen | Retro-Prüfung der Benchmark-Volltexte auf die Kopplung von Kompetenz und Berechtigung (Achse I2 aus A-06), Abgleich mit dem Vergleichsfeld, Stimmabgabe zu den drei Zuschnitt-Varianten des Stufenmodells P-06 | offen | A-06: 4 von 22 Quellen nennen im veröffentlichten Text Schulung vor dem Einsatz (3) oder ein benanntes Schulungsprogramm (1), 4 weitere ein Schulungsangebot; im Vergleichsfeld binden zwei der drei Quellen den Einsatz an Kompetenz (I2 = 2), eine davon mit Nachweis. Die KI-Kompetenzpflicht aus Art. 4 KI-VO gilt seit dem 02.02.2025. A-07: eine deutliche Mehrheit fühlt sich zu den Hausregeln nicht ausreichend informiert | → I-08 |
3. Research- & Analyse-Log
Eigenständige Analysen & Forschung. Append-only. Jeder Eintrag verweist zurück auf eine Hypothese (Seite 2).
| ID | Datum | Fragestellung | Methode | Quellen | Kernergebnis | Implikation |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A-01 | 01.07.2026 | Wie regeln vergleichbare Medienhäuser KI? (Benchmark, erste Sichtung) | Desk Research | Nordic/Utgivarna 2024, Quellenliste der Partner-Recherche | Prinzipienbasiert; „mit Unterstützung von…"; keine KI-Icons; iterativ zu behandeln | → H1 / H3 |
| A-02 | 02.07.2026 | Welche Kennzeichnungspflichten ergeben sich regulatorisch (EU AI Act, insb. Art. 50)? | Desk Research / Recht | Research/ (EU AI Act, Nordic/Utgivarna 2024, Synthese) | Art. 50 ab 02.08.2026; redaktionelle Verantwortung (Recital 134/Art. 50(4)) befreit von Deepfake-/Public-Interest-Offenlegung, deckt sich mit Branchengrundsatz; prinzipienbasiert + Auslöser-Liste empfohlen | → H1 / H3 |
| A-03 | 07–08/2026 | Ist-Nutzung von KI im Haus (anonymisiert), Anwenderrecherche | Interviews plus MS-Forms-Umfrage (Fallzahlen intern) | intern; Rohdaten git-ignoriert unter Partner/ |
erhoben (Interviews 07/2026, Umfrage 08/2026); Auswertung → A-07 | → H2 (auch H1/H4) |
| A-04 | 01.07.2026 | Umfeld- & Standortanalyse zum Use Case | PESTEL / SWOT / TOWS | Seite 3a | Top-Treiber Anbieter-Kontinuität & Transparenz; Hypothese H6 abgeleitet | → H1/H3/H4/H6 |
| A-05 | 03.07.2026 | Systemische Aufstellung im Akteursfeld (Zuarbeit / Impuls / Kommunikation / Entscheidung) | Stakeholder-Mapping (Seite 3b) | Coaching 03.07.2026 | Vier Aspekt-Achsen; Champions & HR/Onboarding neu; Wertekompass↔KI → H7 | → H5/H7 |
| A-06 | 15.07.2026 | Wie regeln deutsche Medienhäuser KI konkret, und welches Achsenraster macht das sichtbar? | Content-Analyse (34 geprüft, 25 kodiert; E/I/N-Raster; 22 Medien + 3 Vergleichsfeld; 176 Belege) | Research/ki-richtlinien-benchmark.md | 15 von 22 Texten nennen eine prüfende Rolle oder einen Prüfschritt, 1 ein Vier-Augen-Prinzip, keiner trifft eine Aussage zur Dokumentation der Prüfung; Befähigung 18 %, 4 von 22 Quellen nennen Schulung vor dem Einsatz (3) oder ein benanntes Schulungsprogramm (1); 8 von 22 nennen eine Norm namentlich; eine maschinenlesbare Markierung verlangt keine der 22 Quellen im veröffentlichten Text, eine Aussage zur Anbieter-Kontinuität trifft keine; Madsack führt das Feld | → H1/H3/H4/H5/H7; Impuls I-06 |
| A-07 | 05.08.2026 | Was zeigt die Anwenderrecherche (A-03) zur Ist-Nutzung, und welche Cluster tragen den Design-Thinking-Workshop? | Deskriptive Auswertung der Umfrage + Cluster-Bildung über die Interviews (vier Nutzungstypen, zehn Themencluster); Abgleich mit H1–H7 | Fellowship/anwenderrecherche/ (Auswertung Interviews, Auswertung Umfrage, Workshop-Startmaterial) | Eine deutliche Mehrheit fühlt sich zu den Hausregeln nicht ausreichend informiert, ein erheblicher Teil kennt die Freigaben nicht, ein erheblicher Teil hat den AI Act nie gehört; etwa die Hälfte der Toolnennungen liegt jenseits von Copilot, während nur wenige eine Nutzung ohne klare Freigabe angeben; die große Mehrheit prüft, kein Interview erwähnt einen Nachweis; Kennzeichnung schwellengebunden (alle Befragten bei erheblichem Einfluss, deutliche Mehrheit gegen den Hinweis bei Hilfsmitteln). Die genauen Zahlen liegen intern unter Fellowship/anwenderrecherche/ |
→ H1/H2/H3/H4/H6/H7; Impuls I-11 |
| A-08 | 18.08.2026 | Welche Risiken entstehen, wenn KI-Werkzeuge im Haus handeln und nicht allein Texte erzeugen? | Desk Research / Quellenanalyse eines Anbieter-Leitfadens; Abgleich mit dem E/I/N-Raster (A-06) und den Befunden aus A-07 | „Use Claude Cowork safely" (Anthropic, abgerufen 18.08.2026); Research/anthropic-cowork-sicherheit-2026.md | Das Risiko hängt an zwei Größen, Lesezugang und Handlungsrechten; Prompt Injection verlangt beide Bedingungen gleichzeitig; die Ausführungsisolation begrenzt den Ort des Laufs und begrenzt nicht, was ein System liest oder tut; die Aufsicht folgt der Tragweite, geplante Läufe laufen unbeaufsichtigt weiter, die Verantwortung für ausgeführte Handlungen liegt bei der nutzenden Person; das Raster aus A-06 kennt keine Achse für Handlungsrechte | → H2/H4/H8 (neu); Impuls I-13 |
4. Prototypen, Tests & Experimente
Prototypische Entwicklungen als Erkenntnismittel – nicht als fertige Lieferobjekte fürs Haus.
| ID | Prototyp | Hypothese | Aufbau | Ergebnis / Lernen | Reifegrad |
|---|---|---|---|---|---|
| P-01 | Kennzeichnungs-Schema (Varianten A/B/C) | H1 (auch H3) | Sieben fiktive Fälle (vier redaktionell, dazu Werbeanzeige, Social-Media-Post und Kunden-Chatbot), zwei Ausspielwege (online und Print) und drei Gestaltungsvarianten; einfache Sprache mit Glossar, alle Formulierungen als Beispiel ausgewiesen | Entwurf liegt vor; ausgewiesene Lücken: Ausspielweg im Achsenraster nicht erfasst, Werbebereich im kodierten Material nicht belegt, Art. 50(1) in der geprüften Rechtsgrundlage nicht enthalten | Entwurf |
| P-02 | Entscheidungsbaum „Darf ich dieses KI-Tool nutzen?" | H2 | Interaktiver Flow | … | Entwurf |
| P-03 | Mini-Wahrnehmungstest Publikum (Kennzeichnung) | H1 | Kurzbefragung [n=…] | … | geplant |
| P-04 | Schulungsprototyp „KI-Kompetenz Redaktion" (Pflicht-Kern für alle, die KI-Werkzeuge nutzen; der Durchlauf zeigt ihn für die Redaktion) | H2 / H4 (auch H1, H3) | Modulzuschnitt aus A-07; Product-Fit-Entwurf für den KI-Führerschein über Datango im Workshop-Paket; klickbarer Schulungsdurchlauf als interaktiver Entwurf | Zuschnitt liegt vor; Ausgestaltung im Design-Thinking-Workshop am 25.08.2026 | Entwurf |
| P-05 | Generalisierter Schulungsplattform-Prototyp (Elixir/Phoenix, Vite/React-Frontend) | H3 / H4 (auch H2) | Web-Prototyp, der Modulgerüst, Fünf-Phasen-Bogen und Prüf-Nachweis-Mechanik der Kompetenzschulung plattformneutral abbildet; Use Case generalisiert, vom Datango-Pfad des Hauses unabhängig | … | geplant |
| P-06 | Befähigungsstufen des KI-Führerscheins (Klassenmodell) | H2 / H4 (auch H3, H6, H8) | Drei Klassen, die aufeinander aufbauen, entlang des Bildes aus dem Workshop vom 18./19.08.2026: Roller (Pflichten und Richtlinien kennen: Rechtsrahmen der KI-Verordnung, Hausregeln, Freigabeliste, Eingaberegeln, Einführung ohne vorausgesetzte Nutzungserfahrung; Pflicht für alle Mitarbeitenden, auch ohne eigene KI-Nutzung; die Klasse schaltet keinen eigenen Einsatz von KI-Werkzeugen frei), Auto (KI-Werkzeuge nutzen: Regeln und Anwendung, deckungsgleich mit dem Pflicht-Kern aus P-04; Pflicht für alle, die KI-Werkzeuge nutzen) und LKW (auch größere Projekte und innovative Entwicklungen: Vorhaben mit großer Tragweite und Erprobung nicht freigegebener Werkzeuge); auf jeder Klasse kommt das Plus dazu (Roller+, Auto+, LKW+), für alle, die ihre Erfahrung teilen und andere im Team, in der Abteilung oder im Fachbereich befähigen (Multiplikatoren); das Plus bleibt auf seiner Ebene, und wer in eine höhere Klasse wechselt, erwirbt dort ein eigenes Plus; je Klasse acht Felder von der Zielgruppe bis zur Beleglage, dazu Selbsteinstufung, Zuordnungsübung, drei Zuschnitt-Varianten (Stufenleiter, Kern und Aufsätze, Rollenprofile) mit Stimmabgabe und eine Station zu Gültigkeit, Auffrischung und Ausbaupfaden | Der Entwurf liegt vor und weist die Beleglage je Klasse und für das Plus aus: belegt sind Roller (Befähigung als zweitschwächste Achse des Rasters mit 18 %), Auto (A-06, A-07) und das Plus (zur laufenden Weitergabe im Team nennt der Erklärtext von BERLIN LIVE KI-Sprechstunden und eine Ambassador-Community), während LKW für größere Projekte auf der Risikologik aus A-08 aufsetzt (Verbreitung im Haus nicht erhoben, H8) und der Teil zu innovativen Entwicklungen aus H3 und H6 abgeleitet ist. Offen bleiben die Bindung einer Klasse an eine Berechtigung (I-08), die Gültigkeitsdauer, die Form des Lernstands-Nachhaltens (Mitbestimmung und Datenschutz), die Abgrenzung zur geplanten Unterweisung für alle Mitarbeitenden und der Abbildungsumfang in Datango | Entwurf |
5. Impuls- & Empfehlungs-Log (setzt Kooperation voraus)
Was die Fellowship ins Projekt einspeist. Bewusst kein Entscheidungs-Log: der Fellow gibt Impulse, das Medienhaus entscheidet. Hier wird festgehalten, was eingebracht wurde und wie es aufgenommen wurde.
| ID | Datum | Impuls / Empfehlung | Evidenzbasis | Adressat | Aufnahme-Status | Resultierende Projektentscheidung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| I-01 | 01.07.2026 | PESTEL/SWOT/TOWS als Struktur fürs Strategie-Sparring plus Faktoren-Landkarte (Top-Treiber markiert) | A-04 / Seite 3a | Sparring | eingebracht | → D-… |
| I-02 | 01.07.2026 | Multi-Modell-/Fallback-Architektur als Resilienzprinzip (H6): Anbieter-Kontinuität regeln, keine kritische Single-Vendor-Abhängigkeit | H6 / Seite 3a | Sparring / GF | eingebracht | → D-… |
| I-03 | 26.06.2026 | Interviewleitfaden für die Anwenderrecherche | A-03 / OKR | PL / Redaktionen | aufgegriffen | → D-… |
| I-04 | 26.06.2026 | Protokoll-, Auswertungs- und Clustering-Unterstützung für die Interviews (Nutzendencluster, 5×5-Matrix) | A-03 | PL | eingebracht | → D-… |
| I-05 | 03.07.2026 | Stakeholder-Aktivierung: Champions als Multiplikatoren, HR/Onboarding als früher Kompetenz-Hebel, Kommunikation streuen (niedrigschwelliges Live-Format, Quartals-Newsletter, ki@-Funktionskonto) |
A-05 / Seite 3b | Sparring / PL / HR | eingebracht | → D-… |
| I-06 | 15.07.2026 | Rechtsteil der Recherche „Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte" gegen das eigene EU-AI-Act-Dossier austauschen: Verantwortungszurechnung statt Überarbeitungstiefe, Anbieter- und Betreiberebene trennen, vier konkrete Auslöser statt Generalklausel | eu-ai-act.md / A-06 | Sparring / PL / Recht | eingebracht | → D-… |
| I-07 | 23.07.2026 | Wenige klare Prinzipien plus eine feste Regel, wann gekennzeichnet wird, und ein fester Termin zur Überarbeitung; der Madsack-Text legt als einziger eine regelmäßige Evaluation der Richtlinie mit Träger und Kriterien fest | A-06 | PL | eingebracht | → D-… |
| I-08 | 23.07.2026 | Schulung als Bedingung vor dem KI-Einsatz im redaktionellen Prozess; 3 von 22 untersuchten Texten nennen Schulung vor dem Einsatz, als unbedingte Vorbedingung steht sie in keinem der 15 Regelwerke | A-06 | PL | eingebracht | → D-… |
| I-09 | 23.07.2026 | Die menschliche Prüfung dokumentieren: ein Häkchen im Redaktionssystem statt eines Absatzes in der Richtlinie (1 von 22 Texten legt eine Spur an, keiner verlangt eine Dokumentation) | A-06 | PL | eingebracht | → D-… |
| I-10 | 23.07.2026 | Richtlinie datieren und zur Wiedervorlage stellen, dazu eine kurze Erklärung für das Publikum | A-06 | PL | eingebracht | → D-… |
| I-11 | 05.08.2026 | Startmaterial für den Design-Thinking-Workshop: 4 Nutzungstypen-Cluster mit Personas, 5 Sorgen und 5 Chancen als Rohmaterial der 5×5-Matrix, HMW-Fragen, Modulzuschnitt für den Schulungsprototyp; dazu das bereinigte Zahlenblatt und die Liste der Nacherhebungen | A-07 | PL / Sparring | eingebracht (Check-in 06.08.2026) | → D-… |
| I-12 | 12.08.2026 | Workshop-Paket für den 25.08.2026: Erkenntnis-Zusammenfassung, Job/Pain/Gain-Profile der vier Personas, Product-Fit-Entwurf für den KI-Führerschein über Datango, Leitplanken, ausgewiesene Lücken, Agenda-Vorschlag in acht Schritten | A-02 / A-04 / A-06 / A-07 | PL / Sparring | eingebracht | → D-… |
| I-13 | 18.08.2026 | Handelnde Werkzeuge als eigener Regelungsgegenstand: Freigabe zweistufig fassen (Lesezugang, Handlungsrechte), Aufsichtsstufe an die Tragweite binden, den Prüf-Nachweis aus I-09 um die ausgeführten Schritte erweitern, die Zurechnung eines Laufs klären (Anschluss an Art. 50(4), I-06) | A-08 / H8 | PL / Sparring / Recht | eingebracht | → D-… |
| I-14 | 28.08.2026 | Analyse und Empfehlungen zum Stand 28.08.2026: Zielarchitektur mit sieben Zielen und je einem prüfbaren Erfolgskriterium, Messbarkeit des Kriterienkatalogs, Auswahl der HMW-Fragen mit Zielabdeckung, verbindlicher Kanal der Unterweisung, Maßnahmen-Landkarte mit Trägerfrage und Empfehlungen in vier Zeitfenstern bis zum 20.10.2026 und darüber hinaus | A-02 / A-04 / A-06 / A-07 / A-08 / A-09 | PL / Sparring / GF | eingebracht | → D-… |
| I-15 | 23.09.2026 | Klickbarer Durchlauf P-04 als Vorlage für die Umsetzung zu M3: zehn Stationen mit den Rückmeldungen aus Workshop und Check-ins, als Vorlage für Skripte der Medienproduktion und für Kursseiten auf der Lernplattform | A-09 / A-10 / A-11 / A-13 / P-04 | PL / Sparring / KI-Experten | eingebracht | → D-… |
6. Optionen-Bewertung & strategische Schritte
Unterstützt die Bewertung von Optionen und die Ableitung strategischer Schritte – als Entscheidungsvorlage, nicht als Entscheidung.
Beispiel: Zuschnitt des KI-Führerscheins
| Kriterium (Gewicht) | A, Stufenleiter | B, Kern und Aufsätze | C, Rollenprofile |
|---|---|---|---|
| Verbindlichkeit (Bindung an eine Berechtigung) | |||
| Abdeckung der Rollen im Haus | |||
| Praktikabilität Redaktion | |||
| Pflege- und Betriebsaufwand | |||
| Zukunftsfestigkeit | |||
| Bewertung (Fellow-Sicht) |
Empfohlener strategischer Schritt: [Hypothese-gestützte Empfehlung] → als Impuls I-… eingebracht.
7. Erkenntnis- & Reflexionslog (Kern der Fellowship)
Eigener Lerngewinn – fachlich, methodisch, übertragbar. Getrennt von der Projekt-Retrospektive des Hauses. Periodisch (z. B. zweiwöchentlich).
| Datum | Erkenntnis (inhaltlich) | Methodische Erkenntnis | Übertragbar auf … | Offene Frage |
|---|---|---|---|---|
| [TT.MM.] |
8. Schnittstelle zum Pilotprojekt (setzt Kooperation voraus)
Wie der Use Case genutzt wird, und wovon die Fellowship abhängt bzw. nicht.
Inputs aus dem Projekt (verlinkt, nicht gepflegt): Projekt-Charter, Stakeholder-Board, Risk Backlog und Phasenplan der Mediengruppe Mitteldeutschland → Links im Projekt-Space.
Phasenplan (Snapshot vom Kickoff 26.06.2026, Live-Status im Projekt-Space):
| Meilenstein | Inhalt | Termin |
|---|---|---|
| M0 | Projekt gestartet (Charter, Setup, Stakeholder-Mapping) | 26.06.2026 |
| M1 | Leitplanken abgestimmt | 24.07.2026 |
| M2 | Erste Entwürfe (Richtlinie und Kompetenzschulung) | 18.08.2026 |
| M3 | Freigabereif (konsolidierter Entwurf v1.0, erster Prototyp) | 29.09.2026 |
| M4 | In Kraft (Kompetenzschulung als MVP+) | 20.10.2026 |
Vorgehen: Das Projekt folgt einem Design-Thinking-Rahmen. Die Analysephase mit Anwenderinterviews läuft bis Juli, die Ideation mündet im August in einen Workshop vor Ort, darauf folgen ein Prototyp im September und ein MVP im Oktober.
Outputs in das Projekt: Impulse und Empfehlungen (Seite 5), Optionsbewertungen (Seite 6) und die PESTEL/SWOT-Struktur (Seite 3a).
Abstimmung mit MM: fester wöchentlicher Check-in mit Anja Guse, der Führungskraft der Mediengruppe Mitteldeutschland und Sparring-Partnerin im Fellowship; Teilnahme an den Strategie-Sparrings als Impulsgeber, nicht als Moderation oder Leitung; Prioritäts-Reviews alle zwei bis drei Wochen; Tasksteuerung des Hauses über Jira.
Nächster Andockpunkt: Design-Thinking-Workshop am 25.08.2026 (Ideation/Design, 3 bis 4 Stunden). Das Workshop-Paket (I-12) bündelt das Startmaterial aus A-07 (I-11), die Job/Pain/Gain-Profile der vier Personas, den Product-Fit-Entwurf für den KI-Führerschein über Datango und den Agenda-Vorschlag; das Ergebnis speist den ersten Prototyp Richtung M3 „Freigabereif" (29.09.2026). Zuvor liegen M1 „Leitplanken abgestimmt" (24.07.2026) und M2 „Erste Entwürfe" (18.08.2026).
Fortführung bei Wegfall der Kooperation: Die Seiten 2/3/4/6/7 laufen eigenständig weiter, der Use Case wird generalisiert; die Seiten 5 und 8 werden ausgesetzt.
Rolle im Projektgefüge (Einordnung)
| Rolle (aus dem Lean-IPMA-Setup) | Träger |
|---|---|
| Projektleitung (Steuerung, Außenkommunikation) | Medienhaus |
| Produktverantwortung (Nutzerzentrierung, Priorisierung) | Medienhaus |
| Delivery/Umsetzung (Technik, UX, Content) | Medienhaus |
| Coaching / Advisory + unabhängige Forschung | Fellow |
Dokumentations- & Methoden-Mapping
Die operative IPMA/PMI-Struktur bleibt beim Projekt-Space des Medienhauses. Die Fellowship trägt mit methodisch sauberer Evidenz zu einzelnen Kompetenzfeldern bei.
| Fellowship-Artefakt | Speist welches Projekt-Kompetenzfeld? | IPMA/PMI-Bezug |
|---|---|---|
| 2 Hypothesen-Backlog | Risiken & Chancen, Strategie | Risk / Strategy |
| 3 Research-Log | Anforderungen, Kontext | Requirements / Context |
| 4 Prototypen | Lösungsdesign, Qualität | Design / Quality |
| 5 Impuls-Log | Steuerung (als Input) | Stakeholder / Integration |
| 6 Optionsbewertung | Entscheidungsvorbereitung | Decision Support |
| 7 Reflexionslog | Lernen | Lessons Learned (individuell) |
Lean-Prinzip bleibt: jeweils ein lebendes, digitales Artefakt statt Dokumentenstapel – hier zugeschnitten auf eine forschende, beratende Rolle.